Bist Du berufen?

Recollectio Wintersemester 2025/26

In den letzten Tagen des Wintersemesters durften wir unsere Recollectio begehen. Sie bietet die Möglichkeit der stillen Einkehr, des Nachsinnens über das Semester und der Betrachtung der Inhalte aus den Vorträgen.

In diesem Wintersemester begrüßten wir Herrn Diakon Dr. Daniel Esch als unseren Referenten, er ist Ständiger Diakon in Königsbrunn und führte uns mit seinen Vorträgen durch die Recollectio. Das Thema war „Dienen – aus Freiheit. Voraussetzungen eines christlichen Dienstes“ – ganz im Sinne der bevorstehenden Beauftragungen zum Lektorat und Akolythat.  

Wer kann uns das Thema „Dienen“ besser aufzeigen als ein geweihter Diakon? So startete unser erster Vortrag am Samstagnachmittag, hiermit begann auch das Schweigen bis zum Sonntagmittag. NEIN sagen können! Dies erläuterte uns Herr Dr. Esch im ersten Vortrag, anhand der 3 Versuchungen des Teufels an Christus. Jesus stimmte nicht allem zu, was die Menschen von ihm verlangten und er ließ sich zu nichts drängen. Abgerundet wurde der Vortrag durch eine Betrachtung über die Bibelstelle Lk 4,42 ff. Damit einher gingen Fragen wie: Wann sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?

Nach dem Abendessen ging es zum zweiten Vortrag, diesmal zum Thema JA sagen. Ja zum Dienen. Christus ist nicht gekommen um bedient zu werden, sondern zu dienen, was sich unter anderem im Abendmahlssaal zeigte. Dieses „Dienen“ kann noch ausgeweitet werden, nach dem Motto des Hl. Paulus; Sklave Christi sein! In der anschließenden Betrachtung haben wir uns geistig in den Abendmahlssaal begeben, um dort verschiedene Fragen zu betrachten, wie: Was trägt mich im Dienst – oft unbemerkt? Mit der Komplet, dem Nachtgebet, startete unsere Nachtanbetung. Am Sonntagmorgen wurde diese Anbetung mit dem eucharistischen Segen abgeschlossen, worauf die Laudes direkt im Anschluss folgte.

Nach einer morgendlichen Stärkung durften wir den abschließenden Vortrag hören, zum Thema „(K)eine Karriere nach unten? – Dienst ohne Illusion.“ Die Seligpreisungen waren hier zentral. Herr Dr. Esch übersetzte das Wort „selig“ mit „Herzlichen Glückwunsch / zu beglückwünschen.“ Die Seligpreisungen beginnen erstmal mit einem Zuspruch Gottes, er ist bei uns. Diese Rede Jesu ist zudem allgemein zu lesen, sie ist nicht an Juden, Christen oder andere speziell adressiert, sondern allgemeingültig, so Dr. Esch. In der abschließenden Betrachtung sollten wir uns dann die Frage stellen, welche Seligpreisung meine aktuelle Lebenssituation am meisten berührt? Die Recollectio haben wir dann im Anschluss daran mit einem gemeinsamen Mittagsgebet geschlossen, hiermit war dann auch das Schweigen aufgehoben. Vielen Dank an Herrn Diakon Dr. Daniel Esch für sein Kommen und seine Vorträge!

Nico Napieralla
01.02.2026