Akolythatsbeauftragung Lantershofen

Wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht“ (1 Petr. 4,41)

Am Sonntag, den 13.10.2019 empfing Wolfgang Ehrle, Priesteramtskandidat aus unserem Seminar und zurzeit Seminarist im Überdiözesanen Priesterseminar in Lantershofen, durch Weihbischof Jörg Peters (Trier) zusammen mit vier weiteren Kandidaten aus den Bistümern Trier, Osnabrück, Paderborn und Basel (CH), seine Beauftragung zum Akolythen. Der Festtag begann mit den gemeinsamen Laudes und ging über in die Feier der Eucharistie in der Gemeindekirche. Die Kandidaten wählten als Leitvers für ihre Beauftragung das Zitat aus 1 Petr 4,41: „Wer dient, der diene aus der Kraft, die Gott verleiht“.

Der erste Petrusbrief, aus dem der Vers entnommen ist, ist ursprünglich nicht für Priesteramtskandidaten des 21. Jahrhunderts verfasst. Vielmehr richtet sich dieser Brief an die Christen um das Jahr 100 in Kleinasien. Dennoch erinnert die Aussage den Kandidaten an den Dienstcharakter seiner Berufung zum Priester, die sich bei der Bereitung des Altars und bei der Kommunionspendung ausdrückt. 

Den Akolythen kommt es zu, nach der Kommunionausteilung dem Priester oder dem Diakon beim Reinigen und Zusammenstellen der liturgischen Gefäße zu helfen und außerhalb der Messe den Leib Christi zu denjenigen bringen, die nicht in der Lage waren, die Messfeier zu besuchen. Die Würde des Akolythen besteht somit in der Verlängerung der Eucharistie hin zu den Alten und Kranken. Denn genau hier dient er Christus, indem er „hinter Christus“ geht, also ihm nachfolgt. Denn Christus geht immer schon voraus, dorthin, wo Einsamkeit ist und die Eucharistie am dringendsten gebraucht wird. Dorthin, an die Ränder der Gemeinde, darf der Akolyth Jesus Christus folgen, wie es seinem Amt entspricht. Der selbstgewählte Vers, der über der der Beauftragung stand, fügt sich sehr gut in dieses Bild: Wer Christus folgt, tut dies nicht aus eigener Kraft, sondern nur aus dem Vertrauen, das er von Gott erfahren hat. Jesus Christus geht voran, der Akolyth folgt ihm nach. Auf diese Weise wird Gott verherrlicht – denn es ist sein Wille, dass wir seinem Sohn folgen. Wie einst den Zöllner (Mt 9,9) ruft er uns „hinter sich“. Wir laufen ihm nach – nichts anderes heißt ja „akolouthein“.

Der Vers aus dem Petrusbrief möge den neuen Akolythen ein Leitwort und Erinnerung an die schöne Feier bleiben.

 

13.10.2019