Seminarfahrt auf den Spuren des seligen Karl Leisner

Anstatt der sonst üblichen Werkwoche zu Beginn des neuen Studienjahres haben wir dieses Jahr eine Seminarfahrt gemacht. Nachdem wir uns letztes Sommersemester mit Karl Leisner beschäftigt hatten, haben wir nun vom 2. bis zum 5. Oktober seine Heimat Kleve, seinen Studienort Münster und Schönstatt besucht, das für ihn sehr wichtig war und wo sein Weihe- und Primizaltar aus dem KZ Dachau aufbewahrt wird.

Am Dienstag Morgen machten wir uns zunächst auf den Weg nach Schönstatt, wo wir mittags freundlich von einer Schönstätter Marienschwester im Haus Sonnenau empfangen wurden. Nach einer kleinen Stärkung machte sich ein Teil unserer Gruppe zu Fuß auf den Weg zum Berg Moriah, während die anderen sich noch die dortige theologische Hochschule ansahen und anschließend nachkamen. Oben auf dem Berg steht ein Haus des Schönstatt-Instituts der Diözesanpriester, wo in einer Kapelle der Altar aus dem Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau steht, wo Karl Leisner zum Priester geweiht wurde und seine Primiz, seine einzige Messe als Priester, gefeiert hat. Nachdem wir dort die Messe gefeiert hatten, erfuhren wir von einem dortigen Priester noch etwas über die Entstehung der Schönstatt-Bewegung, deren Mitglied auch Karl Leisner war und die eine große Rolle bei seiner Berufungsfindung gespielt hat.

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst nach Münster, wo Pater Otto Pies SJ begraben ist, der für Karl Leisner im Konzentrationslager geistlicher Begleiter war, diesem ignatianische Weiheexerzitien gab und seine Priesterweihe maßgeblich vorbereitete. Anschließend besichtigten wir noch die Stadt Münster, bevor wir nach Kleve weiterfuhren, dem Jugendort von Karl Leisner, wo wir in einem Jugendhaus in der Nähe von Kleve übernachteten, wo seinerzeit auch Karl Leisner als Jugendführer unterwegs war.

Am Donnerstag trafen wir Diakon Rintelen vom Internationalen Karl-Leisner-Kreis aus Kleve, der uns die Pfarrkirche in Kleve zeigte und etwas über die Verehrung Karl Leisners, insbesondere in Kleve, und über seinen Seligsprechungsprozess erzählte. Danach ging es noch nach Xanten, wo sich im Dom das Grab von Karl Leisner befindet. Dort haben wir die Messe gefeiert und uns noch etwas in Xanten umgesehen, bevor wir zurück nach Schönstatt fuhren, wo noch die Gelegenheit bestand auf den Berg Schönstatt zu wandern, wo unter anderem die Anbetungskapelle und das Pater-Kentenich-Haus, ein Museum, stehen, die beide derselbe Architekt, Alexander Freiherr von Branca, entworfen hat, dem wir auch unser Augsburger Priesterseminar verdanken.

Der Freitag war Rückreisetag von einer Fahrt, die uns der Person Karl Leisners, eines Vorbildes und Fürsprechers gerade für Priesterseminaristen, näher gebracht und besonders auch unsere Hausgemeinschaft gestärkt hat zum Beginn des neuen Studienjahres.

23.10.2018