Vortrag: Jungfräulich leben - ein prophetisches Zeichen

Am Abend des 14. Dezembers kamen zwei Gastreferenten in unser Seminar um sowohl als Vortrag als auch im Dialog mit den Seminaristen das Thema Jungfräulichkeit in der Gemeinschaft zu beleuchten.

In einem Abendvortrag zum Thema „Jungfräulich Leben – ein prophetisches Zeichen“ bereicherten uns Dr. Wilfried Hagemann und Herbert Lauenroth mit ihren Erfahrungen im Leben des Fokolar. Hagemann referierte über die Bedeutung des zölibatären Lebens. Wie die sakramentale Ehe ist auch das Leben in Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen ein prophetisches Zeichen. Als solches stößt es – wie eben auch die Ehe – in heutiger Zeit zunehmend auf Unverständnis. Wenn von Jungfräulichkeit als Lebensform die Rede ist, muss immer auch die Rede von Gott sein, der die Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,16). Zölibatär lebende Menschen setzen ihr Leben ganz auf diese eine Karte, erwarten die Erfüllung all ihrer Sehnsucht von Gott. Das zeigt auch, dass sie, obgleich sie auf das Ausleben ihrer Geschlechtlichkeit verzichten, keine asexuellen, verbogenen Menschen sind, sondern die in der Sexualität verborgenen Werte in sich tragen und leben – lebendige, reale Beziehung zu Gott, Zärtlichkeit im liebenden Zusammensein mit ihm und Fruchtbarkeit in der Weitergabe des Glaubens. Dabei sind jungfräulich Lebende nicht Anhänger eines unbiblischen, nachträglich aufgezwängten Ideals, sondern in besonderer Weise Nachfolger Jesu Christi, der jungfräulich gelebt hat. Lauenroth zeigte auf, wie sich das jungfräuliche Leben in Gemeinschaft – speziell in der Fokolar-Bewegung – niederschlägt und gestaltet. Er ergänzte zudem noch die Deutungsperspektive des Instrument-Seins Gottes, der sich im Zölibatären den Menschen geben will. Damit einher geht die Haltung des Nicht-Einrichtens in die Konkretheit, des Aufbrechens auf den anderen hin, der Selbstentäußerung um Gottes willen.

18.12.2013