Werkwoche zum Jahr des Glaubens

Eine Woche bevor der Unibetrieb nach den Semesterferien wieder startete, begann für uns als Haus­gemeinschaft das neue Studiensemester mit einer Werkwoche, die sich passend zum Jahr des Glau­bens mit dem Thema Neuevangelisierung beschäftigte.

Eine Woche bevor der Unibetrieb nach den Semesterferien wieder startete, begann für uns als Haus­gemeinschaft das neue Studiensemester mit einer Werkwoche, die sich passend zum Jahr des Glau­bens mit dem Thema Neuevangelisierung beschäftigte. Doch ehe die Werkwoche thematisch be­gann, feierten wir am Montagabend gemeinsam eine Heilige Messe in unserer Seminarkirche. Da­nach trafen wir uns alle im Vortragssaal zu einer kleinen Dia-Show über die Indienreise, die unser Herr Regens in den vergangenen Semesterferien zusammen mit zwei unserer indischen Mitbrüder ge­macht hatte. Die Fotos samt den Ausführungen des Herrn Regens gaben uns einen guten Einblick in das Leben in Indien. Die vielen neuen, großen und v.a. gut besuchten Kirchen, die wir auf den Fo­tos sehen konnte, zeigten uns, wie lebendig die Kirche in der Region um Kerala ist. Besonders in­teressant waren für uns alle die Fotos der Priesterseminare und der Familien unserer indischen Mitbrüder.
Am Dienstag Vormittag begann dann die inhaltliche Arbeit der Werkwoche. Der erste Referent war Prof. Dr. Hubert Windisch, der vor seiner Emeritierung als Professor für Pastoraltheologie an der Universität in Freiburg lehrte und Priester der Diözese Regensburg ist. In vier Vorträgen brachte uns Prof. Windisch zuerst die grundlegenden Inhalte der Konzilskonstitution „Gaudium et Spes“ näher, um danach mit uns auch einzelne Themen von Gaudi­um et Spes, wie etwa Familie und Ehe, im Hinblick auf die Neuevangelisierung durchzuarbeiten. Immer wieder ließ uns Prof. Windisch an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben und so ergaben sich interessante Diskussionen über konkrete Themen der Pastoral.
Am Mittwoch Vormittag, waren wir dann selbst gefordert. Wir sollten nämlich einen Text von Prof. Dr. Christoph Markschies von der HU Berlin lesen, in dem dieser herausarbeitet, wie das Christentum trotz ei­ner heidnischen Mehrheitskultur die Antike überlebt und sich durchgesetzt hat. In Klein­gruppen besprachen wir dann anhand von Leitfragen, in wie weit wir für unsere heutige kirchliche Situation und die Neuevangelisierung von der Kirchengeschichte lernen können und wo heu­te in gewissen Themenbereichen Defizite zu sehen sind. Schließlich sollten wir auch gemeinsam Ideen erar­beiten, wie die Kirche den heutigen Herausforderungen erfolgreicher begegnen könnte.
Als nächsten Referenten kamen unser Weihbischof Florian Wörner und Frau Dr. Veronika Ruf vom Institut für Neuevangelisierung in unser Haus. Sie stellten uns grundlegend anhand lehramtlicher Texte dar, was der Begriff Neuevangelisierung intendiert und welche konkreten Projekte der Neuevangelisierung es in unserer oder anderen deutschen Diözese bereits gibt und welche Ideen und Konzepte das Institut für Neuevangelisierung bereits erarbeitet hat.
Am Donnerstag Nachmittag kam Magister Otto Neubauer von der Gemeinschaft Emmanuel zu uns und hielt uns mehrere Vorträge unter dem Obertitel „Eine immer neue Evangelisati­on - wo die Armut zur Brücke zu den Menschen wird.“ Herr Neubauer schilderte uns eindrucksvoll und anschaulich seine zahlreichen Erfahrungen im Bereich der Gemeinde- und Stadtmission. Dass er ein absoluter Experte im Bereich der Mission ist, zeigt nicht nur, dass Herr Neubauer der Leiter der „Akademie für Evangelisation“ in Wien ist, sondern dass er auch 2011 beim Treffen Papst Be­nedikts mit seinem Schülerkreis einen Vortrag über Evangelisierung halten durfte.
Herr Simon Lipp vom Bischöflichen Jugendamt in Augsburg stellte uns abschließend am Freitag Nachmittag die missionarische Initiative „Nightfever“ vor. Das Nightfever ist ein Gebetsabend, in dem nach einer Heiligen Messe eine mehrstündige Anbetung mit Musik und Gesang stattfindet. Begleitet wird diese nächtli­che Anbetung durch verschiedene andere Elemente, wie der Möglichkeit zum (Beicht-)Gespräch oder einen Bibelvers zu ziehen bzw. ein Gebets­anliegen aufzugeben. Eine Gruppe von Menschen geht immer während des Nightfevers raus auf die Straßen und lädt Passanten ein eine Kerze vor dem ausgesetzten Aller­heiligsten zu entzünden und in der Kirche zu verweilen. Und genau dies wird am kommenden Samstag die Aufgabe von uns Seminaristen beim nächsten Nightfever im Augsburger Dom sein, so dass schließlich die Werkwoche nach vielen Vorträgen in einen praktischen Teil der Neuevangelisierung mündet.

18.04.2013