Seminarwallfahrt nach Pfaffenhausen

Am 1. Mai, dem Hochfest Maria Schutzfrau von Bayern, führte uns unsere Seminarwallfahrt ins Unterallgäu, von Pfaffenhausen nach Maria Baumgärtle.

Am 1. Mai, dem Hochfest Maria Schutzfrau von Bayern, führte uns unsere Seminarwallfahrt ins Unterallgäu, von Pfaffenhausen nach Maria Baumgärtle.
Der Glaube kommt zwar vom Hören, er zeigt sich aber im Handeln – wie sollen wir also handeln, damit wir auch gehört werden? Diese Frage stellt sich nicht erst in unserer Zeit, sondern war schon immer ein Thema der Neuevangelisierung, gerade in der Zeit der Aufklärung . Die Lebenswelt hatte damals begonnen sich massiv zu wandeln und die Augsburger Bischöfe reagierten schon früh auf diese neuen Entwicklungen. Um die Lebensbedingungen eines Pfarrers besser zu vermitteln, führten sie einen Pastoralkurs ein, der ein Hineinwachsen der Neupriester in ihr zukünftiges Aufgabenfeld erleichtern sollte. Die damit verbundene Verlängerung der Ausbildungszeit bedeutete auch ein Anwachsen der Zahl der Bewohner des Priesterseminars St. Hieronymus. In der Stadt Dillingen war aber der Platz sehr begrenzt und auch die leibliche Versorgung der Bewohner wurde immer schwieriger. So kam der Plan auf, außerhalb Dillingens ein eigenes Pastoralseminar zur Aus- und Weiterbildung der Neupriester zu errichten. Ab 1745 wurde dies in Pfaffenhausen, dem alten Sitz eines hochstiftischen Pflegamtes verwirklicht. Bis zur Säkularisation 1802 haben hier dann etliche Generationen des Augsburger Klerus gelernt, theologisches Wissen und praktische Seelsorge zu verbinden. Dann folgten 80 lange Jahre, in denen die Seminargebäude keinem Zweck mehr dienten und schlichtweg leer standen, bis schließlich 1885 der Diözesanpriester Dominikus Ringeisen darin ein Blindenheim einrichtete. Seitdem verkünden die Bewohner dieses ehemaligen Priesterseminars wieder das Evangelium – nicht mehr in Predigt und Katechese, sondern in praktizierter Nächstenliebe um Gotteslohn. Diesen weiten, aber soliden Bogen spannte Subregens Florie in seiner Predigt bei der Heiligen Messe in der Seminarkapelle aus.
Danach wurden wir von Sr. Misericordia Fetschele begrüßt, die uns eindrucksvoll Leben und Wirken von Dominikus Ringeisen näherbrachte. Sie legte uns auch sein großes Anliegen, das die St.-Josef-Kongregation bis heute weiterträgt, ans Herz: Die christliche Barmherzigkeit.
So prägte unsere Wallfahrt die Betrachtung der Werke der Barmherzigkeit. Zu Beginn, in der Pfarrkirche St. Stephan, standen die naheliegendsten Probleme im Mittelpunkt: Was heißt es heute für uns, Hungrige zu speisen und Nackte zu bekleiden? In der Lourdesgrotte Unterrieden dachten wir über Krankheit, Leid und Heilung nach, bevor wir an einem Feldkreuz mit dem doch schwierigen Thema der Vergebung und der Friedfertigkeit konfrontiert wurden, als wir die Gefangenen in den Blick nahmen. Alle diese Anliegen trugen wir im Gebet mit zur Muttergottes in Maria Baumgärtle, die ja in der Lauretanischen Litanei als Mutter der Barmherzigkeit angerufen wird. Nach einem langen Fußmarsch und einem guten Mittagessen feierten wir in der Wallfahrtskirche die erste Maiandacht. Im Vordergrund stand der Dank für die schon so oft erfahrene Barmherzigkeit von Seiten der Mitmenschen und von Seiten Gottes, die sich an diesem Tag auch in der ausgesprochen angenehmen Witterung zeigte…

01.05.2013