Beauftragung mit dem Lektorat und Akolythat.

Am 1. Februar 2018 beauftragte unser Hochwürdigster Herr Weihbischof Florian Wörner, vier Männer aus unserer Seminargemeinschaft mit dem Dienst des Lektors und fünf weitere mit dem des Akolythen.

Die Frage, was denn diese Dienste bedeuten, ist durchaus berechtigt. Denn es gibt ja in jedem Gottesdienst auch andere „Lektoren“ und „Kommunionhelfer“, die die Lesungen vortragen und die hl. Kommunion austeilen. Eine allzu große Bedeutung scheint diesen Diensten jedenfalls von Seiten der Sakramententheologie nicht zugemessen zu werden, da allein diese beiden Dienste bei der Neuordnung der früheren „Niederen Weihen“ nach dem II. Vatikanischen Konzil – nun nicht mehr als „Weihen“, sondern als „Dienste“ – belassen wurden. Die Bedeutung dieser Dienste als Wegmarken hin zum Weihesakrament wurde seither nicht weiter bedacht, so dass mancher Theologe gar von einem „theologischen Rohrkrepierer“ sprechen kann.

Nur, was für die wissenschaftliche Theologie nicht unbedingt den großen Stellenwert einzunehmen vermag, muss deswegen nicht überflüssig oder mit einem Pontifikalamt eines (Weih-)Bischofs überbewertet sein. Die Übertragung der Dienste des Lektorats und Akolythats vermag durchaus für den persönlichen Berufungsweg der Kandidaten eine große Bedeutung zu entfalten. Denn wie sagte unser Regens beim festlichen Abendessen: „Man sagt nicht nur zu irgendeinem Dienst ,Hier bin ich‘, sondern man sagt ,Ja‘ zu seiner eigenen Berufung und der Bereitschaft den Weg der Nachfolge Christi weiterzugehen.“

Und so kommt diesen Übertragungen doch ein ganz eigener Stellenwert zu, da sie schon ein Stück vom endgültigen „Ja“, welches bei der Diakonen- und Priesterweihe gesprochen wird, repräsentieren. Den Gedanken des Repräsentierens entfaltete unser Weihbischof zuvor schon in seiner Predigt. Er machte zunächst auf das heutige Fest „Darstellung des Herrn – In Praesentatione Domini“ aufmerksam und verwies darauf, was denn unser Herr Jesus Christus präsentiert. Anhand des Tagesevangeliums, der Darstellung Jesu im Tempel, brachte er zum Ausdruck, dass an dieser Stelle Jesus in erster Linie den Gehorsam gegenüber dem himmlischen Vater repräsentiert, da er sich ihm ganz weihte und diesem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz treu blieb. Von dieser Repräsentation Jesu ausgehend, schlug Weihbischof Wörner einen Bogen zu den Diensten des Lektors und Akolythen. Der Bischof stellte den neuen Lektoren – und den Seminaristen insgesamt – als Aufgabe vor Augen, in ihrem Leben das Wort Gottes zu repräsentieren, dieses eifrig zu lesen, zu betrachten, es in sich aufnehmen, sich von ihm verwandeln lassen, um es schließlich mit Herzblut und Demut den Gläubigen zu verkünden. Die Akolythen machte er darauf aufmerksam, dass ihr Dienst ein Dienst an der Eucharistie sein wird, deren Feier Quelle und Höhepunkt des gesamten kirchlichen Lebens darstellt. Dies bedeutet für die neuen Akolythen, aus dieser Quelle heraus zu leben und in ihrem Wirken Christus zu repräsentieren, was sich im Akolythendienst konkret darin zeigt, die hl. Kommunion im Gottesdienst auszuteilen und zu den Kranken zu bringen.

Von diesem Gedanken der Repräsentation Christi ausgehend, passte auch das heutige kirchliche Fest vortrefflich. Denn unter dem volkstümlichen Namen „Mariä Lichtmess“ wird deutlich, dass jeder Gläubige, wie Maria, den Auftrag hat, das Licht Christi durch sich hindurchscheinen zu lassen und den Menschen zu bringen.

So wünschen wir als Seminargemeinschaft unseren neuen Lektoren und Akolythen viel Freude an ihrem neuen Dienst, die Standhaftigkeit, ihrer Berufung zum Priestertum treu zu bleiben und dass es ihnen gelingen möge, das Licht Christi in ihrem Leben immer wieder zu Vorschein zu bringen.

 

Mit dem Lektorat wurden beauftragt:

 

  • Daniel Dambacher
  • Sebastian Fuchs
  • Johannes Höfle
  • Wolfgang Schantin

 

Mit dem Akolythat wurden beauftragt:

 

  • Daniel Dambacher
  • Leonhard Muther
  • Stefan Riedel
  • Michael Schmid
  • Roland Weber

 

02.02.2018